25 years of living next door to…
… nein, nicht Alice, aber auch nicht Nina. Ich habe nicht 25 Jahre “next door” zu Nina gelebt, aber sie ist trotzdem ausgezogen, in die weite Welt, um sich und vielleicht auch mehr zu entdecken.
Nina hat beschlossen, dass sie für ein ganzes Jahr ihren Beruf aufgibt und nach Australien bzw. Neu Zealand zieht und dort einfach durch die Gegend “gondelt” - mit ihrem Freund. Das hat sie dann auch tatsächlich durchgezogen, so dass ich jetzt ohne Nina leben bzw. meine Friseurbesuche ohne sie erledigen muss.
Viel Post habe ich bekommen zum Thema Nina. Das meiste war positiv, aber irgendwie hat sich doch ein Leser, der sein Verhalten wie folgt beschreibt:
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Zwanghaft laß ich es nun und weißt du was, dein Werk macht mich aggressiv.
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sehr über Kennen Sie Nina aufgeregt. Ich gebe hier mal den gesamten, wenn auch kurzen Mailverkehr wieder. Der erste Text ist meine Antwort auf seine Anfangsmail und enthält seine Mail in tutto. Der zweite Abschnitt ist seine Mail, auf die ich keine Antwort mehr gegeben habe.
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Date: Mon, 11 Feb 2002 09:15:17 +0100
From: Imdat Solak To: Jermaine XXXXXXXX Subject: Re: NINAAAAAAAA Hi, > Zwanghaft laЯ ich es nun und weiЯt du was, dein Werk > Gut du warst bei Friseur, na und waren wir das nicht > Nina wird dank dir einen widerlichen Beigeschmack fьr > Wie ist das Senoir haben wir uns etwa verliebt? > Warum dann seitenweise das Werk…etwa um es Ihr zu > und sie hat einen zierlichen Kцrper und ein rundes > ich weiss auch nicht warum ich es so zwanghaft gelesen > so das musste sein…nina nina nina… > ich wьnsche dir viel pass bei deinem nдchsten > Denn ich armes unschuldiges Wesen bin dank einer Nun, wie gesagt, es wird niemand gezwungen (zumindest hier in Deutschland Viele GrьЯe |
Gut, es hat einen gewissen Unterhaltungswert, wenn man Senior genannt wird, selbst wenn es in diesem Falle falsch geschrieben ist. Aber auf meine diese Mail hin bekam ich dann folgende Antwort, worauf hin ich nicht mehr weiter darauf eingegangen bin.
Eigentich wollte ich Jermaine auch nicht herausfordern oder ihn beleidigen. Ich fand seine emotionsgeladene Äußerung bzgl. zweier Artikel, die mehr als Soap-Opera durchgehen können als als irgendetwas anderes einfach sehr interessant, irgendwie hat es meine Kommentare herausgefordert und natürlich kann man dann, bei so einem Fehdehandschuh nicht stehen bleiben und, gerade als jemand wie ich, den Mund halten.
Trotz allem glaubte ich nicht mal, dass ich mit meinen obigen Äußerungen jemanden so sehr herausfordern könnte, dass er die folgende Mail schickt.
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Date: Tue, 12 Feb 2002 20:38:08 +0100 (CET)
From: Jermaine XXXXXXXXXXXXXX Subject: Re: NINAAAAAAAA To: Imdat Solak hallo Hilfe, so…weisst du deine frechen statements hдttest du dir KLar kannst du es ihr zeigen… deine homepage? das nennst du homepage, senior. Das sieht eher aus wie eine Newsseite von bbc. ich hдtte mir doch etwas Verstдndnis gewьnscht dann apropo zierlich.. Oh ja ich hab demnдchst eine homepage und da kannst du so imdat schцne grьЯe an die NINA… Ich wette aber das Misses Wondercut bestimmt Blumen mfg — Imdat Solak schrieb: > Hi, |
Ich liebe Menschen, besonders solcherart. Das Leben schreibt doch immer wieder die besten Geschichten. Was mir eigentlich bis heute großes Kopfzerbrechen bereitet ist die Tatsache, dass jemand auf der Welt Probleme mit der Bezeichnung “zierlich” haben kann. Auch werde ich mich sicher sehr darüber freuen, eines Tages über die Kleidergrößen der Frauen detailliert aufgeklärt zu werden (ist 38 klein, mittel, oder groß? Ich weiss es in der Tat nicht, zumindest nicht bei Frauen — so gesehen fällt mir gerade ein, dass ich ja nicht mal meine eigene Kleidunggröße weiß… ausser bei Schuhen, denn da scheine ich mich doch schon des längeren auf 42/43 eingependelt zu haben).
Google ist jetzt die größte Suchmaschine der Welt, sie wird aber hoffentlich demnächst Konkurrenz bekommen - sei es mehr und mehr von AllTheWeb, sei es von anderen. Aber keine dieser Suchmaschinen wird jemals solche Soap-Operas schreiben lassen, wie Google.
Was ist aus Nina geworden, bzw. vielmehr aus der Geschichte?
Nun, eines Tages, d.h. kurz nach der zweiten Geschichte, bin ich zu Nina gegangen, in den Friseursalon, und habe sie gefragt, ob sie einen Herrn XXXXXXX kennt (also den Herrn xxxxx aus der zweiten Geschichte, nicht aus dieser hier), woraufhin Nina, entgegen meiner Erwartung in ein Freudenschrei ausbrach und bestättigte, dass sie ihn auch schon lange gesucht hätte aber nicht gefunden, da sie ja keine Telefonnummer von ihm hätte.
Soweit war die Sache ja in Ordnung, ich brauchte jetzt nur noch fragen, ob ich denn somit ihre Telefonnummer an ihn weitergeben könnte, was sie bejahte.
Dann kam natürlich der trickreiche Part: “Woher kennst Du ihn?”, fragte sie mich. “Das, ja das, ist eine lange Geschichte, die ich Dir vielleicht erzähle”, wollte ich sagen, aber “… erzähle ich Dir beim nächsten Mal…” war jedoch das einzige, was ich rausbrachte.
Gut Ding will Weile haben. Ich habe Herrn xxxx angerufen und Nina’s Telefonnummer und Adresse, d.h. die ihres Friseursalons, durchgegeben, woraufhin er meinte, dass er schon sehr gespannt ist, wie die Sache ausgeht und dass wir uns doch eines Tages mal im Friseursalon treffen müssten, um auf die Geschichte anzustoßen - mit einem Gläschen Sekt.
Wie ich dann mitbekam hat er einen Termin vereinbart, war auch dort bei Nina und hat auf Nina’s Fragen, woher wir uns denn kännen, standhaft keine Antwort gegeben und darauf bestanden, dass ich es beim nächsten Mal persönlich erzählen sollte - hat aber angedeutet, dass es doch etwas “interessantes” sein könnte.
Nach einer Weile (die Haare wachsen verdammt schnell, wenn man es gerade nicht möchte) stand ich vor der Wahl, entweder meinen Friseursalon zu wechseln oder Nina die ganze Wahrheit, inclusive der Geschichte selbt, zu sagen.
Nun bin ich kein Feigling - zumindest kein großer - und beschloss somit, mich den Tatsachen zu stellen und vereinbarte einen Termin zum Haareschneiden (hiess es nicht früher “Inquisition”? - wobei Inquisition mich gerade an meine Zahnpflegerin erinnert, die eine gewisse Freude zu empfinden scheint, wenn sie mir alle paar Monate wieder mal beim Zahnsteinentfernen mit ihren Folterwerkzeugen Schmerzen zufügen darf; fairerwaise sollte nicht unerwähnt bleiben, dass ich dank ihrer hervorragenden Arbeit und auch ihrer Art der Motivation weitaus bessere Zähne habe und auch keine Schmerzen oder Probleme mehr, seitdem sie sich ihrem Hobby an meinen Zähnen widmen kann).
Ankunft im Friseursalon. Nina schaut mich mit einem neugierigen Blick an, der mich wahrlich an den ersten Blick der Marsianer aus dem Film Mars Attacks! erinnerte. Ein gigantisches Grinsen begleitete diesen neugierigen Blick, mit einer Schere in der Hand, mit der sie bereits zu fuchteln schien.
Bevor sie auch nur ein Wort sagen konnte, drückte ich ihr den Ausdruck beider Artikel in die Hand und forderte sie auf, das alles erst zu lesen, bevor sie sich ein Urteil bildet und stellte auch somit klar, dass ich keinen ihrer Fragen beantworten würde, bevor sie nicht alles gelesen hat.
Meine Hoffnung war, dass ich diesmal mit heiler Haut davonkommen könnte, denn beim Schneiden kann sie nicht lesen, also kann sie die Artikel erst nachdem ich weg bin lesen. Was auch eine korrekte Annahme war.
Sie sah nur die Überschriften der Artikel Kennen Sie Nina? und Ich kenne Nina und sah auch, dass es wohl etwas aus dem Web war und hat die ganze Zeit gegrinst und immer wieder erwähnt, wie gespannt sie jetzt ist.
Wieder Wochen später (diesmal habe ich mir mehr Zeit gelassen mit dem Haarewachsenlassen), wieder in die Höhle der Löwin - nein Löwin ist sie beileibe nicht, aber der Spruch passte gerade so gut, - wurde ich mit dem größten Grinsen begrüßt, den ich in den letzten Jahren gesehen habe. Nicht Lachen, Lächeln oder so, nein Grinsen, wie bei Grinsekatz, nur noch breiter. Im Gegensatz zu Grinsekatz verschwand Nina jedoch nicht.
“Ich bin übrigens nicht lesbisch”, sagte sie nach der ersten Halbzeit, “zumindest nicht dass ich wüsste…”
Ihr Freund (Boy-Friend, wie es so schön heisst), hat sich wohl “einen Ast abgelacht”, ihre Mutter die ganze Zeit geschmunzelt und alle anderen, denen sie die Story gezeigt hat, haben sich wohl gekrümmt vor Lachen.
“Rot”, sagt sie, “steht mir wirklich nicht und es ist mir immer sehr peinlich, wenn ich rot anlaufe. War es wirklich so schlimm?”.
“Nein”, sage ich, “so schlimm nicht, schlimmer. Rot steht Dir wirklich nicht im Gesicht. Und mir?”. Eigentlich war ich ja gar nicht rot angelaufen, ganz im Gegenteil, ich war irgendwie recht ruhig, beruhigt, dass das ganze sich so einfach auflösen liess.
Nina hat weiterhin meine Haare geschitten, mit Herrn xxxxxxxx haben wir es immer noch nicht geschafft, im Friseursalon anzustoßen und nachdem jetzt Nina schon ein halbes Jahr weg ist (Australien), musst ich natürlich Ersatz für sie finden.
Nach mehrmaligem Wechsel der Zuständigkeit habe ich jetzt die Nachfolgerin von Nina gefunden - anderer Stil (auch mein Haarschnitt hat sich etwas geändert), anderer Character, anderer Mensch; und sie ist auch noch Linkshänderin, meine neue Friseurin… Kristina heisst sie und hat mich heute auf sagenhafte 38 Jahre geschätzt - das erste mal, dass ich älter eingeschätzt werde, als ich es wirklich bin…
This entry was posted on Tuesday, June 17th, 2003 at 11:41 AM by Imdat Solak and filed under Personal / Fun. Follow comments here with the RSS 2.0 feed. Post a comment or leave a trackback.

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