Massenproteste in der Türkei - II

Nun kamen die endgültigen Berichte aus der Türkei, die doch vielversprechend aussehen. Es wurden bei diesen Protesten parteipolitische Embleme nicht erlaubt, es sollte eine parteilose Demonstration sein.

Je nach Quelle wird die Zahl der Teilnehmer zwischen 350,000 bis einer Million angegeben.

Über zehntausend Polizisten haben die Demonstration abgesichert, viele Künstler und Intellektuelle haben Vorträge gehalten, gesungen und so auch ihren Protest demonstriert.

Die Frage ist natürlich, wie es jetzt weitergeht. Das ganze Land steht vor einem Dilemma. Laut Verfassung darf die Erdogan-Regierung theoretisch durch ihre Mehrheit einen Präsidenten fast im Alleingang wählen. Wenn sich die politischen Gegner querstellen, zeigen sie ihre Unverständnis von Demokratie. Die Gefahr eines Militärputschs würde exorbitant wachsen.

Auf der anderen Seite muss die Erdogan-Regierung auch im November die Parlamentswahlen gewinnen, und dies kann sie wahrscheinlich vergessen, wenn sie Erdogan als Präsidenten aufstellen - gegen den Willen des Volkes.

Eventuell könnte tatsächlich Abdullah Gül Präsident werden - der sich auch trauen würde, sich Erdogan in den Weg zu stellen und den ich mir tatsächlich als säkulären Präsidenten vorstellen kann.

Zumindest eins hat sich als positiv herausgestellt: Das türkische Volk hat endlich gelernt, was Demokratie bedeutet. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, in denen es anders war (1976-1979). Und das Volk hat gelernt, dass es die Macht im Lande ist, niemand anderer.

Und was ist mit dem Militär? Ich weiss nicht, aber ich glaube, das Militär wird immer weiter in den Hintergrund gedrängt und agiert eher im Hintergrund als wie in den 50ern,60ern und 70ern mit Putschs.

Hoffen wir das Beste für alle.

This entry was posted on Sunday, April 15th, 2007 at 6:51 AM by Imdat Solak and filed under Society + Politics. Follow comments here with the RSS 2.0 feed. Post a comment or leave a trackback.

Leave a Reply

*Required
*Required (Not published)