Von Paulus und Saulus…
In einem ziemlich gut versteckten Artikel berichtet unsere Bild-Zeitung des Internets (SPON) wie wenig die Deutsche Post ihren Postzustellern in den Niederlanden zahlt - unter dem niederländischen Mindestlohn - wo sie doch in Deutschland auf den Mindestlohn, sogar die Einführung eines solchen selber pocht.
Eigentlich haben die Niederlande einen der höchsten Mindestlöhne Europas. 1317 Euro brutto stehen jedem über 23 Jahre für eine Vollzeitstelle zu, 8,70 Euro pro Stunde. 40 Prozent der Zusteller bekommen aber nur einen Stundenlohn zwischen drei und fünf Euro.
Die Deutsche Post, die sich in Deutschland als Verteidiger der Sozialen Marktwirtschaft sieht, deren Vorstandschef nebenbei EUR 4,7m mit Aktienverkäufen macht, nachdem der Mindestlohn (fast) beschlossen ist, diese Deutsche Post hat sich in den Niederlanden ein solch kompliziertes System der Bezahlung für Postzusteller ausgedacht, dass sogar die Angestellten selber nicht durchblicken.
SPON schreibt weiter:
Es gibt eine “Startvergütung” von drei bis fünf Euro pro Gebiet. Wenn aber mehr als 20 Prozent der Briefkästen im eigenen Bezirk Post bekommen, entfällt diese Vergütung. Pro Brief bis 500 Gramm gibt es zwischen sechs und neun Cent. Wenn zwei oder mehr Briefe an eine Adresse zugestellt werden, wird der Betrag gekürzt. Wer die unsortierte Post selbst am Depot abholt, bekommt zwischen zwei und vier Euro extra. Verschiedene Gewichtseinteilungen komplizieren das System.
Wie eine Geschichte von Saulus und Paulus. Nur dass unsere liebe Deutsche Post Saulus und Paulus gleichzeitig ist …
Lieber Herr Zumwinkel: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Aktienoptionen und Mindestlohn um sich schmeissen.
This entry was posted on Sunday, December 9th, 2007 at 9:19 AM by Imdat Solak and filed under Economy, Society + Politics. Follow comments here with the RSS 2.0 feed. Post a comment or leave a trackback.

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